Als Selbstständiger möchtest du selbstverständlich wissen, wie viel du verdienst. Damit bist du nicht allein. Auch das Finanzamt benötigt einen Nachweis deiner Gewinne oder Verluste, um deine Steuerlast zu ermitteln und etwa die Beiträge für deine Krankenversicherung entsprechend festzulegen.

Einnahmenüberschussrechnung – was ist das?

Die Einnahmenüberschussrechnung (kurz EÜR) ist ist eine einfache Form der Gewinnermittlung. Freiberufler sowie kleine und mittelständische Unternehmen dürfen diese Methode anwenden, um ihre geschäftlichen Aktivitäten nachvollziehbar zu machen.

Die Anlage EÜR gilt als Alternative zur doppelten Buchführung. Bei einer Einnahmenüberschussrechnung wird der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben als Gewinn verzeichnet. Erzielst du höhere Einnahmen als du Ausgaben getätigt hast, zeigt die Einnahmenüberschussrechnung dir an, dass du Gewinn gemacht hast. Umgekehrt hast du Verlust gemacht, wenn deine Ausgaben höher als deine Einnahmen waren.

Die vereinfachte Formel lautet: Einnahmen - Ausgaben = Gewinn

Bedenke, dass die Einnahmenüberschussrechnung auf Basis deines Zahlungsverkehrs berechnet wird. Das heißt, es zählt der Tag, an dem du eine Zahlung erhalten hast oder eine Zahlung getätigt hast. Hast du zum Beispiel im Dezember 2019 eine Rechnung ausgestellt, aber die Zahlung deines Kunden erst im Januar 2020 erhalten, solltest du die Einnahme in deiner EÜR 2020 aufführen.

Einnahmenüberschussrechnung für Freiberufler und Gewerbetreibende

Jedes Unternehmen, unabhängig von der Rechtsform, muss jährlich seine Gewinne und Verluste an das Finanzamt melden. Kleine Unternehmen dürfen ihre Gewinne und Verluste durch einfache Buchführung am Ende des Jahres anzeigen. Bist du selbstständig, darfst du dabei die Einnahmenüberschussrechnung zur Gewinnermittlung anwenden. Von der handelsrechtlichen Buchführungspflicht befreit sind demnach:

  • Freiberufler und freiberuflich Erwerbstätige außerhalb der Katalogberufe
  • Gewerbetreibende, deren Umsatz 600.000 Euro und deren Gewinn 60.000 Euro in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht überschreitet

Einnahmenüberschussrechnung erstellen – so geht’s

Um die Einnahmenüberschussrechnung zu erstellen, fasst du deine Einnahmen und Ausgaben anhand relevanter Unterlagen zusammen. Die EÜR sollte folgender Struktur folgen.

Einkommen, aufgeschlüsselt nach Steuersätzen:

  • Nettoeinnahmen (z. B. für erbrachte Dienstleistungen oder verkaufte Waren)
  • Einnahmen aus dem Verkauf von Anlagevermögen
  • eingezogene Umsatzsteuer

Arbeitsbezogene Ausgaben, z. B. aufgeschlüsselt nach folgenden Kategorien:

  • Arbeitsmittel und Software
  • Fahrt zur Arbeit oder Geschäftsreisen
  • Geschäftsessen
  • Homeoffice
  • Telefon- und Internetkosten
  • Bürokosten
  • Abschreibung
  • an das Finanzamt entrichtete Umsatzsteuer

Eine Übersicht der steuerlich absetzbaren Ausgaben bei selbstständiger Tätigkeit bietet dir unsere Sammlung an Steuerleitfäden zum Thema.

Die Einnahmenüberschussrechnung ist auch für dich ein wichtiges Dokument, denn sie gibt dir einen Überblick über deine Finanzen. Das hilft dir, die Stärken und Schwächen deines Unternehmens zu identifizieren und das abgeschlossene Jahr mit den Leistungen der Vorjahre zu vergleichen.

Die Steuerleitfäden von Sorted geben Selbstständigen nur erste Hinweise in Steuerfragen und erheben keinen Anspruch darauf, richtig oder vollständig zu sein. Sie stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ersetzen keinen Steuerberater. Wende dich bitte an einen Steuerberater, um eine genaue Auskunft zu deinem speziellen Fall zu erhalten. Du kannst jederzeit einen Steuerberater über die Sorted-Plattform anfragen.

War diese Antwort hilfreich für dich?