Beim Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung triffst du deine Wahl, welche Methode zur Gewinnermittlung du anwenden möchtest: einfache Buchführung oder doppelte Buchführung. In diesem Steuerleitfaden wird erklärt, was der Unterschied zwischen den beiden Methoden ist.

Was ist Buchführung?

In ihrer einfachsten Form ist die Buchführung eine Liste, in der alle Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens aufgeführt sind. Sobald du dich als Gewerbetreibender oder Freiberufler anmeldest, bist du verpflichtet, deine Einnahmen und Ausgaben zu erfassen.

Was ist doppelte Buchführung?

Die doppelte Buchführung wird auch als Bilanzbuchhaltung bezeichnet und ist komplexer als die einfache Buchführung.

Die Methode der doppelten Buchführung bezieht sich auf ein Buchhaltungssystem, in dem deine Geschäftseinnahmen und -ausgaben doppelt erfasst werden:

  1. Wo die Transaktion stattgefunden hat (z. B. anhand eines Bankkontoauszugs)

  2. Wozu die Transaktion diente (z. B. Verwendung einer Einnahmenrechnung mit deinen erbrachten Dienstleistungen oder einer Ausgabenrechnung für Büromaterial)

Doppelte Buchführung – ein Beispiel

Dein Kunde bezahlt eine Rechnung für Webdesign-Dienstleistungen per Banküberweisung. In diesem Fall musst du auf der einen Seite die Zahlung festhalten (hier Überweisung) und auf der anderen Seite, wofür sie gedacht war (hier Forderungen aus Einnahmen).

Was ist einfache Buchführung?

Die einfache Buchführung wird auch als Einnahmenüberschussrechnung bezeichnet. Die Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR) wird gern in kleinen Unternehmen mit überschaubaren Geschäftsprozessen verwendet.

In der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) werden alle Einnahmen und Ausgaben nach Datum sortiert erfasst. Das bedeutet, dass du einfach erfasst, wofür du Geld erhalten oder ausgegeben hat.

Einfache Buchführung – ein Beispiel

Dein Kunde bezahlt eine Rechnung für Webdesign-Dienstleistungen per Banküberweisung. In diesem Fall musst du nur festhalten, um welche Art Zahlung es sich handelte (in diesem Fall Einnahmen).

Welche Gewinnermittlungsmethode für Selbstständige?

Die einfache Buchführung ist definitiv einfacher zu erlernen und anzuwenden.

Deshalb entscheiden sich Selbstständige und Gründer, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, gern für diese Option.

Bei der einfachen Buchführung ist es empfehlenswert, dein Bankkonto regelmäßig auf Zahlungsein- und ausgänge zu überprüfen, um den Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben zu behalten.

Denke daran, dass Selbstständige sich immer für die einfache Buchführung entscheiden können, während Gewerbetreibende sich nur für die einfache Buchführung entscheiden dürfen, wenn ihr Umsatz weniger als 600.000 Euro pro Jahr oder ihr Gewinn weniger als 60.000 Euro pro Jahr beträgt.

Die Steuerleitfäden von Sorted geben Selbstständigen nur erste Hinweise in Steuerfragen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ersetzen keinen Steuerberater. Wende dich bitte an einen Steuerberater, um eine genaue Auskunft zu deinem speziellen Fall zu erhalten. Du kannst jederzeit einen Steuerberater über die Sorted-Plattform anfragen.

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