Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die von den Gemeinden erhoben wird. Der Steuersatz ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich; der nationale Durchschnitt liegt bei 14 Prozent.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen?

In Deutschland gibt es zwei Arten der selbständigen Erwerbstätigkeit – Freiberufler und Gewerbetreibende. Die Gewerbesteuer muss von Gewerbetreibenden gezahlt werden.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Die Gewerbesteuer richtet sich nach deinem Gewinn, der in deiner jährlichen Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR) berechnet wird.

So errechnet sich deine Gewerbesteuer aus deinem Gewinn:

Von deinem Gewinn werden 24.500 Euro abgezogen. Erzielst du als Gewerbetreibender weniger als 24.500 Euro Umsatz im Jahr, bist du von der Gewerbesteuerpflicht befreit. Der sich daraus ergebende Betrag wird mit dem „Steuerbemessungsgrundlagensatz" multipliziert, der bundesweit 3,5 Prozent beträgt. So erhalten wir den „Gewerbesteuer-Basisbetrag".

Der Gewerbesteuerbasisbetrag wird dann mit dem Gewerbesteuersatz multipliziert, der von der Gemeinde festgelegt wurde. Damit erhalten wir den Gewerbesteuer-Gesamtbetrag. Die Gewerbesteuer wird von deiner Einkommensteuer abgezogen

Ein Teil der Gewerbesteuer kann von der privaten Einkommenssteuer abgezogen werden. Der abzugsfähige Betrag beträgt das 3,8-fache des Gewerbesteuerbasisbetrags.

Zur Erinnerung: Gewerbesteuer-Basisbetrag = (Gewinn - 24.500 Euro) * (3,5 Prozent Basissteuersatz)

Gewerbesteuer berechnen – ein Beispiel

Nehmen wir an, dein Jahresgewinn beträgt 40.000 Euro und du wohnst in Berlin, wo der Hebesatz 410 Prozent beträgt.

Die Kürzung der Zulage von 24.500 Euro führt zu 15.500 Euro.

Die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer beträgt 15.500 Euro * 3,5 Prozent (Steuerbemessungsgrundlage) = 542,50 Euro.

Der Gewerbesteuerbetrag beträgt 542,50 x 410 Prozent (Berliner Gewerbesteuerhebesatz) = 2.224,50 Euro.

Der Abzug von der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer beträgt 542,50 Euro * 3,8 = 2.061,50 Euro.

Das bedeutet, dass die „zusätzliche" Steuerlast aus der Gewerbesteuer zusätzlich zur Einkommensteuer nur 163 Euro beträgt.

Jährliche Gewerbesteuererklärung

Die Gewerbesteuererklärung wird einmal im Jahr beim Finanzamt eingereicht. Die Frist für die Abgabe der Gewerbesteuererklärung ist der 31. Juli des Folgejahres beziehungsweise der 28. Februar des zweiten Folgejahres, wenn die Erklärung von einem zertifizierten Steuerberater abgegeben wird.

Vorauszahlungen

Ähnlich wie die Einkommensteuer wird die Gewerbesteuer in vier vierteljährlichen Vorauszahlungen während des Jahres gezahlt und basiert auf deiner Gewinnschätzung aus früheren Jahren.

Nach Abgabe deiner Gewerbesteuererklärung leistest du entweder eine Zahlung an das Finanzamt oder erhältst die Differenz zwischen den Vorauszahlungen und dem Gewerbesteuerendbetrag erstattet.

Wie werden die Vorauszahlungen für neue Unternehmen ermittelt?

Bei der Anmeldung als Gewerbetreibender musst du dem Finanzamt im Rahmen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung eine Schätzung deines voraussichtlichen Jahreseinkommens vorlegen, auf deren Grundlage die Vorauszahlungen ermittelt werden.

Die Steuerleitfäden von Sorted geben Selbstständigen nur erste Hinweise in Steuerfragen und erheben keinen Anspruch darauf, richtig oder vollständig zu sein. Sie stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ersetzen keinen Steuerberater. Wende dich bitte an einen Steuerberater, um eine genaue Auskunft zu deinem speziellen Fall zu erhalten. Du kannst jederzeit einen Steuerberater über die Sorted-Plattform anfragen.

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