Wenn du dich selbstständig machst, musst du zu anfangs die richtige Rechtsform für dein Unternehmen wählen. Das ist nicht immer leicht, denn bei der Selbstständigkeit sind verschiedene Rechtsformen möglich. Welche Rechtsform für dich die richtige ist, erklären wir dir hier.

Rechtsformen in Deutschland

In Deutschland unterscheidet man Rechtsformen generell in drei Hauptkategorien:

  1. Kapitalgesellschaften, z. B GmbH oder UG

  2. Personengesellschaften, z. B. GbR

  3. Einzelunternehmer

Als Selbständiger gehörst du grundsätzlich zur dritten Kategorie: den Einzelunternehmern. Diese wiederum sind in zwei Arten eingeteilt:

  1. Freie Berufe (Freiberufler) und

  2. Gewerbe (Handel).

Lass uns herausfinden, wozu du gehörst.

Einzelunternehmer

Als Einzelunternehmer bist du allein haftbar für dein Unternehmen. Unter die Kategorie Einzelunternehmer fallen Freiberufler, die Dienstleistungen anbieten oder Gewerbetreibende, die Waren an ihre Kunden vertreiben. Die beiden unterschiedlichen Arten des Einzelunternehmertums unterliegen verschiedenen Steuerpflichten, die wir im folgenden besprechen werden.

Freiberufler

Freiberufler werden ihrerseits in zwei verschiedene Arten unterteilt.

  1. Freiberufler mit Katalogberuf

  2. Freiberufler mit sonstiger selbstständiger Tätigkeit

Freiberufler mit Katalogberuf

Freiberufler dürfen sich nur bestimmte Berufsgruppen in Deutschland nennen, die in einem Katalog im Rahmen des Einkommensteuergesetzes (EStG § 18) definiert sind. Diese Berufe sind oft mit einer Art wissenschaftlicher, akademischer oder kreativer Dienstleistung verbunden. Dazu gehören zum Beispiel Tänzer, Ärzte, Architekten, Journalisten, Anwälte oder Programmierer. Freiberufler sind nicht verpflichtet, ein Gewerbe beim Gewerbeamt anzumelden, was Zeit, Bürokratie und Gewerbesteuern spart.

Du bist Freiberufler, wenn du einen der folgenden Berufe ausübst, aber nicht in einem Unternehmen angestellt bist:

Katalogberufe:

Ingenieur, Rechtsanwalt, Steuerberater, Arzt, Tierarzt, Zahnarzt, Notar, Architekt, Dolmetscher

Tätigkeitsberufe außerhalb des Katalogs:

Musiker, Autor, Künstler, Lehrer, Dozent, Journalist, sowie andere wissenschaftliche, literarische, künstlerische oder pädagogische Berufe

Freiberufler mit einer sonstigen selbstständigen Tätigkeit

Tätigkeiten, die weder als „freiberuflich” noch als Handelstätigkeit eingestuft sind, gehören zu den „sonstigen selbstständigen Tätigkeiten”. Dabei handelt es sich in der Regel um ähnliche Berufe wie die Katalogberufe. Beispiele hierfür sind Fotografen, Grafiker, Designer (mit einigen Ausnahmen), Bauingenieure, Hausverwalter, Betreuer und so weiter.

Zu welcher Art Freiberufler zu gehörst, ist etwas komplizierter festzulegen und wird normalerweise zusammen mit einem Steuerberater definiert.

Gewerbetreibende

Alle Tätigkeiten, die den Verkauf von physischen Waren umfassen, werden für gewöhnlich mit dem Begriff „Gewerbetreibende” zusammengefasst. Hierzu gehört der Verkauf von Waren, sowie der Verkauf von Lebensmitteln oder Software. In diesen Fällen musst du ein Gewerbe anmelden. Das erklärt auch den Namen dieser Unterkategorie für Einzelhändler. Als Gewerbetreibender musst du Gewerbesteuer zahlen.

Freiberufler oder Gewerbetreibender – wer entscheidet?

Das Finanzamt entscheidet das anhand der Tätigkeitsbeschreibung. Diese Beschreibung gibst du im Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung an.

Ich bin bereits als Selbständiger registriert, aber ich weiß nicht mehr, wer ich bin, was ich in meinem Sorted Konto auswählen soll.

Das folgende Diagramm wird dich sicher zur Einstellung der richtigen Rechtsform führen 😌

  1. Ein Einzelunternehmen ist ein Unternehmen mit einem einzigen Inhaber und nicht als Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH), Personengesellschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (z. B. GbR) eingetragen.

  2. Tipps, um zu wissen, ob du beim Gewerbeamt registriert bist

  3. Siehe die oben erwähnte Rubrik 'Freiberufler mit Katalogberuf'.

  4. Beachte jedoch, dass nicht alle selbständigen Tätigkeiten explizit zur Zahlung von Gewerbesteuer verpflichtet sind, nur weil sie nicht im Katalog des Einkommensteuerrechts aufgeführt sind.

Andere Einzelunternehmer werden von Sorted derzeit nicht unterstützt. Schicke uns aber gerne eine E-Mail mit deiner Rechtsform und deinen Anforderungen, damit wir wissen, für wen Sorted interessant ist.

Die Steuerleitfäden von Sorted geben Selbstständigen nur erste Hinweise in Steuerfragen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ersetzen keinen Steuerberater. Wende dich bitte an einen Steuerberater, um eine genaue Auskunft zu deinem speziellen Fall zu erhalten. Du kannst jederzeit einen Steuerberater über die Sorted-Plattform anfragen.

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